Das vollständige Video-Tutorial zum EMDR-Selbstcoaching

5 Stunden Video-Anleitung mit all dem kompakten Wissen und hilfreichen Übungen für die sofortige Durchführung der EMDR-Selbstanwendung ohne Hilfsmittel. (mehr…)

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Vertrauensbruch in der Beziehung verarbeiten: Was nach einer Lüge helfen kann

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„Ja, ich habe dich angelogen.“ Vielleicht ist es dieser eine Satz, der dir seit dem Gespräch wieder einfällt. Die Lüge ist bestätigt, doch damit sind deine Fragen nicht beantwortet. Einen Vertrauensbruch zu verarbeiten umfasst verschiedene Aufgaben: klären, was geschehen ist, mit der eigenen Belastung umgehen und prüfen, ob wieder Verlässlichkeit entstehen kann. Weniger innere Anspannung würde das Geschehene nicht ungeschehen machen. Sie verpflichtet dich auch nicht, erneut zu vertrauen.

Frau blickt nachdenklich über die Schulter eines Mannes

Was geschehen ist und was es in dir auslöst

Nach einer entdeckten Lüge oder Untreue können Wut, Traurigkeit und Verunsicherung nebeneinanderstehen. Vielleicht möchtest du Antworten, vielleicht brauchst du zunächst Abstand vom Gespräch. Du musst daraus nicht sofort eine endgültige Entscheidung über die Beziehung ableiten.

Hilfreich ist, zwei Fragen getrennt zu halten. Was weißt du tatsächlich über den Vertrauensbruch, und welche wesentlichen Informationen fehlen? Was geschieht in dir, wenn du an den Moment der Entdeckung denkst? Die erste Frage betrifft das Verhalten des Gegenübers. Die zweite betrifft deine heutige Reaktion darauf. Dass beides zusammenhängt, macht es nicht zu derselben Aufgabe.

Du kannst beispielsweise sicher wissen, dass eine Verabredung verheimlicht wurde. „Dann war alles zwischen uns gelogen“ geht darüber hinaus. Dieser Gedanke kann ausdrücken, wie grundlegend du dich verunsichert fühlst. Er sollte weder vorschnell als Tatsache gelten noch als bloße Überreaktion abgetan werden.

Eine Entschuldigung beantwortet nicht jede offene Frage

Wenn dein Gegenüber sich entschuldigt, kannst du prüfen, wofür Verantwortung übernommen wird. Wird die konkrete Handlung benannt? Werden wichtige Fragen beantwortet, ohne dir die Schuld für die Lüge zuzuschieben? Und passen spätere Handlungen zu dem, was zugesagt wurde?

Ein Gespräch kann Bereitschaft zeigen. Ob daraus Verlässlichkeit wird, zeigt sich erst im weiteren Umgang. Du musst nicht allein durch die Stärke deiner Gefühle herausfinden, ob du wieder vertrauen kannst. Auch eine vorübergehende Erleichterung ist noch kein Nachweis dafür, dass sich das Verhalten geändert hat.

Umgekehrt lässt sich Vertrauen nicht durch lückenlose Überwachung herstellen. Wenn du nur noch mit Zugang zu jedem Konto oder jeder Nachricht Ruhe findest, ist das ein Anlass, über die Voraussetzungen eurer Beziehung und gegebenenfalls über fachliche Unterstützung zu sprechen. Gemeinsame Klärung braucht freiwillige, nachvollziehbare Absprachen.

Wenn dich die Entdeckungsszene immer wieder beschäftigt

Es kann sein, dass sachlich bereits einiges geklärt ist und dich dennoch ein bestimmter Augenblick beschäftigt. Du erinnerst dich an das Eingeständnis am Küchentisch. Dazu kommt der Satz „Ich habe überhaupt nichts gemerkt“, vielleicht Scham oder Ärger über dich selbst und ein Druck im Bauch. Nun steht nicht die gesamte Beziehung vor dir, sondern ein bestimmter Moment mit seiner Bedeutung.

Thomas Buhl, EMDR- und Traumatherapeut, hat einen eigenen Selbstcoaching-Ablauf in sechs Schritten für begrenzte Alltagsbelastungen entwickelt. Darin werden ein gewähltes Thema, die aktuelle Emotion und wahrnehmbare Körperempfindungen zusammen betrachtet. Bilaterale Stimulation, insbesondere geführte Augenbewegungen, ist ein Bestandteil dieses Ablaufs.

EMDR-Selbstcoaching kann damit als möglicher Zugang zur begrenzten inneren Nachwirkung einer Situation erwogen werden. Es ist keine Methode, um herauszufinden, ob der andere Mensch künftig ehrlich sein wird. Ebenso wenig sollst du eine berechtigte Verletzung so lange bearbeiten, bis du sie hinnehmen kannst.

Voraussetzung sind eine sichere Situation und eine begrenzte, beherrschbare, nicht-krankhafte Belastung. Eine frische Entdeckung, die dich überwältigt, ist kein Auftrag, sofort allein damit zu arbeiten. Wenn du EMDR selbst anwenden möchtest, brauchst du vorher den vollständigen Lernweg mit seinen Eignungs- und Sicherheitsgrenzen. Bei Überforderung darfst du aufhören; anhaltende starke Belastung gehört in professionelle Begleitung. Selbstcoaching ersetzt keine Therapie.

Verarbeiten braucht weder Vergebung auf Abruf noch eine feste Frist

Die Frage „Wie lange dauert das?“ ist verständlich. Eine verlässliche Dauer lässt sich daraus aber nicht ableiten. Es macht einen Unterschied, ob neue Unwahrheiten hinzukommen, ob offene Fragen geklärt werden und welche Unterstützung du hast. Ein gesetzter Termin, bis zu dem du wieder vertrauen sollst, schafft diese Voraussetzungen nicht.

Auch Vergebung und Fortsetzung der Beziehung sind unterschiedliche Entscheidungen. Du kannst deine Belastung ernst nehmen und dir Entlastung wünschen, ohne bereits zu wissen, ob du bleiben möchtest. Falls ein Gespräch immer wieder in Druck oder Vorwürfe mündet, kann eine unabhängige Beratung helfen, deine Bedürfnisse und Möglichkeiten zu klären.

Bei Einschüchterung, Zwang oder Gewalt steht Schutz vor Beziehungsarbeit. Bei seelischen Beschwerden, die deinen Alltag deutlich beeinträchtigen, suche ärztliche oder psychotherapeutische Unterstützung, statt dich zum selbstständigen Verarbeiten zu drängen.

Woran du den nächsten Schritt festmachen kannst

Vielleicht brauchst du als Nächstes eine Antwort auf eine bestimmte Frage. Vielleicht möchtest du ein Gespräch mit jemandem außerhalb der Beziehung. Vielleicht geht es darum, die belastende Entdeckungsszene fachlich begleitet zu bearbeiten. Wähle nach dem, was gerade offen ist.

Behalte dabei zwei Entwicklungen im Blick: Wie geht es dir mit dem Erlebten? Und was zeigt das Gegenüber durch sein tatsächliches Verhalten? Du darfst innerlich ruhiger werden und weiterhin klare Anforderungen an Ehrlichkeit und Verlässlichkeit haben.

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Hinweis: Die Erwähnung von Krankheiten und deren Behandlung dient der Vollständigkeit des Artikels. Krankheiten werden, auch unter Anwendung von EMDR, ausnahmslos in der Therapie durch einen ausgebildeten Therapeuten behandelt und in keinem Fall im Rahmen des Coachings oder gar Selbstcoachings. Die Behandlung von Krankheiten ist kein Angebot von remstim.com.

Bitte lesen Sie dazu:

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