Das vollständige Video-Tutorial zum EMDR-Selbstcoaching

5 Stunden Video-Anleitung mit all dem kompakten Wissen und hilfreichen Übungen für die sofortige Durchführung der EMDR-Selbstanwendung ohne Hilfsmittel. (mehr…)

Das komplette Video-Tutorial zum EMDR-Selbstcoaching

5 Stunden Video-Anleitung mit all dem kompakten Wissen und hilfreichen Übungen für die sofortige Durchführung der EMDR-Selbstanwendung ohne Hilfsmittel. (mehr…)

Immer wieder kontrollieren, obwohl du längst fertig bist?

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Wenn du fertige Arbeit wiederholt überprüfst, unterscheide einen neuen sachlichen Hinweis vom erneuten Wunsch nach Sicherheit. Notwendige Kontrollen bleiben wichtig; dieselbe Prüfung ohne neue Information beantwortet jedoch nicht jede Befürchtung. EMDR-Selbstcoaching kann bei einer begrenzten Alltagsbelastung am Moment des erneuten Prüfimpulses ansetzen: am Gedanken, etwas übersehen zu haben, und der damit verbundenen Anspannung. Stark einschränkendes oder zwanghaftes Kontrollieren braucht fachliche Abklärung.

Frau arbeitet in einem Café an einem Laptop

Die Abrechnung ist erledigt, die Belege sind zugeordnet und abgelegt. Du stehst auf, greifst nach deiner Jacke und bleibst stehen. War die eine Quittung wirklich dabei? Du ziehst den Ordner wieder heraus. Sie liegt an der richtigen Stelle. Zurück im Regal fällt dir der nächste mögliche Zweifel ein.

Es gibt gerade nichts Neues zu bearbeiten. Trotzdem fühlt sich Weggehen nach Nachlässigkeit an. Vielleicht werden deine Hände unruhig, und du möchtest noch einmal nachsehen. Nicht um die Abrechnung schöner zu machen, sondern um endlich sicher zu sein, dass du nichts vergessen hast.

Was weißt du nach der nächsten Kontrolle mehr?

Diese Frage hilft, den Vorgang einzugrenzen. Eine Kontrolle hat einen sachlichen Anlass, wenn etwa eine Summe nicht passt, ein Beleg fehlt oder eine neue Rückmeldung einen Fehler erkennen lässt. Dann prüfst du einen bestimmten Punkt und kannst sagen, welche Information das Problem klärt.

Beim wiederholten Nachsehen steht dagegen möglicherweise jedes Mal dieselbe offene Möglichkeit im Raum: Vielleicht hast du trotz der bisherigen Prüfung etwas übersehen. Du findest keinen neuen Fehler, aber die Erleichterung hält nur kurz. Dann soll dieselbe Handlung erneut herstellen, was sich innerlich noch nicht verlässlich anfühlt.

Das ist eine Beobachtung, keine Diagnose. Schau auf einen konkreten abgeschlossenen Vorgang: Was war der Anlass für die letzte Kontrolle? Was hast du dabei festgestellt? Ist seitdem tatsächlich etwas hinzugekommen? Wenn ja, verdient dieser Hinweis Aufmerksamkeit. Wenn nein, wird die fortbestehende Unsicherheit selbst zum Thema.

Bei sicherheitsrelevanten Aufgaben gelten vorgeschriebene Prüfungen und fachliche Standards unabhängig von diesem Unterschied. Ein Ratschlag zum weniger häufigen Nachsehen darf niemals bedeuten, notwendige Kontrollen auszulassen.

Die Arbeit ist beendet, der innere Auftrag noch nicht

Vielleicht lautet dieser Auftrag: „Ich darf erst gehen, wenn ich jeden Zweifel ausgeschlossen habe.“ Damit hängt der Abschluss nicht mehr nur am Arbeitsergebnis. Er hängt an einem Gefühl vollständiger Gewissheit. Taucht erneut Unruhe auf, wirkt das wie ein Zeichen, dass du noch nicht fertig sein kannst.

Im Beispiel wird aus dem Gedanken an die Quittung ein Handlungsimpuls. Du bemerkst Unsicherheit, hältst im Flur an und drehst dich wieder zum Regal. Der Ordner ist der sichtbare Bezugspunkt; die innere Reaktion entscheidet mit darüber, ob du ihn ruhen lassen kannst.

Thomas Buhl richtet in seinem selbst entwickelten EMDR-Selbstcoaching in sechs Schritten den Blick auf solche Verbindungen zwischen einem konkreten Thema, dem Gefühl dazu und dem körperlichen Erleben. Die sachliche Frage, ob die Abrechnung stimmt, bleibt davon getrennt. Eine Empfindung allein ist weder Fehlernachweis noch Qualitätsbestätigung.

Nimm den Augenblick vor dem erneuten Nachsehen

Für die innere Arbeit lässt sich die Szene enger fassen als „Ich will nicht mehr alles kontrollieren“. Du stehst vor dem abgelegten Ordner, denkst „Ich habe bestimmt etwas übersehen“ und bemerkst den Drang, ihn wieder zu öffnen. Vielleicht gehört dazu Sorge, vielleicht ein Druck im Bauch. Beschreibe nur, was du tatsächlich wahrnimmst.

Diese begrenzte Reaktion kann ein Thema für die EMDR-Selbstanwendung sein, sofern sie nicht-krankhaft und für dich gut beherrschbar ist. In Buhls Ablauf wird das gewählte Thema mit Emotion, Körperwahrnehmung und bilateraler Stimulation verbunden. Anschließend wird betrachtet, ob und wie sich das Erleben verändert hat.

Es geht dabei nicht darum, dir einzureden, dass garantiert kein Fehler vorliegt. Auch soll die Anwendung nicht zur zusätzlichen Pflichtkontrolle werden: erst noch Selbstcoaching, dann darfst du den Vorgang verlassen. Die innere Arbeit hat einen eigenen Rahmen und ersetzt keine fachliche Prüfung.

Wer EMDR selbst anwenden möchte, sollte den vollständigen Ablauf und seine Eignungsgrenzen zuvor kennenlernen. Die Beschreibung dieser Szene ist keine Sitzungsanleitung. Bei Überforderung darfst du aufhören und Unterstützung suchen; starke oder traumatische Belastungen gehören nicht in die Alleinanwendung.

Wann Selbstcoaching nicht die passende Antwort ist

Wenn Nachsehen große Teile deines Tages beansprucht, sich kaum unterbrechen lässt oder deinen Alltag deutlich einschränkt, ist eine fachliche Abklärung sinnvoll. Du musst nicht selbst entscheiden, ob bereits eine Zwangsstörung vorliegt. Ebenso wenig lässt sich das aus der Zahl deiner Kontrollen ablesen.

Versuche dann nicht, das Muster mit selbst verordneten Kontrollverboten oder immer mehr Selbstcoaching zu behandeln. Die hier beschriebene Perspektive gilt für überschaubare Alltagssituationen, nicht als Behandlung ausgeprägter Zwänge.

Ein echter Hinweis darf dich zurückholen

Für den abgelegten Vorgang bleibt eine nüchterne Unterscheidung: Eine neue sachliche Information kann eine weitere Prüfung nötig machen. Der bloß erneut auftauchende Zweifel ist zunächst eine innere Reaktion. Du darfst beides bemerken, ohne es gleichzusetzen.

Wenn die erforderlichen Prüfungen erledigt sind, muss nicht auch die letzte denkbare Unsicherheit verschwunden sein. Der Ordner kann abgelegt bleiben. Und sollte später wirklich eine Unstimmigkeit auftauchen, kannst du genau diese bearbeiten, statt vorsorglich die gesamte Arbeit immer wieder zu öffnen.

EMDR-Selbstcoaching-Tutorial (7 Videos)

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