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Angst: ein Überblick

Wieso Angst keine grundsätzlich negative Emotion darstellt

Angst - ein ÜberblickAngst beschreibt das Gefühl des „Ausgesetztseins“ sowie der „Unheimlichkeit“. Obwohl das Gefühl der Angst in den meisten Fällen als unangenehm, wenn nicht sogar als bedrohlich empfunden wird, ist das Gefühl an sich auch äußerst nützlich: ohne Ängste hätten unsere Vorfahren kaum überleben können. Und auch in der heutigen Zeit warnt Angst unser Gehirn vor unzähligen Gefahren. Schnelle, sich nähernde Autos, verlassene Parkhäuser des Nachts, enge dunkle Gassen, wütende Gesichter und vieles mehr nehmen wir unbewusst als Bedrohung war. Unser Gehirn, insbesondere ein Teil davon: unser limbisches Gehirn warnt uns blitzschnell, noch bevor wir die Situation kognitiv erfassen. Unser „Fühlhirn“ ist bedeutend schneller als unser „Denkhirn“. Aber Angst kann ihre Ursache auch in einer psychischen Störung haben und somit von krankhafter Natur sein.

Was ist unter Angst zu verstehen?

Der Begriff „Angst“ stammt vom lateinischen Verb „angere“ sowie dem griechischen „agchein“ ab, was ins Deutsche übersetzt so viel wie „die Kehle zuschnüren“ bzw. „würgen“ bedeutet. International hat sich dieses deutsche Wort im Rahmen der Existenzphilosophie und Psychoanalyse eingebürgert. Im Gegensatz zur Furcht, die deutlich auf eine äußere Gefahr ausgerichtet ist, gilt Angst als unbestimmt. Sie überkommt den Menschen meist unkontrolliert und unfreiwillig.

Im Bereich der Psychologie wird hierbei zwischen einer Eigenschaft und einem Zustand unterschieden: in der ersten Form tritt diese in Situationen auf, die als gefährlich eingestuft werden, obwohl keine akute Bedrohung vorliegt. Die Zustandsangst stellt hingegen eine vorübergehende Emotion aufgrund einer tatsächlichen Gefahr dar.
Ängste treten in vielerlei Formen auf. Beispielsweise als

Hierbei handelt es sich keinesfalls um Einzelfälle: viele Menschen berichten, dass sie sich mit der einen oder anderen Form der Angst schon auseinandersetzen mussten. Und nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) leidet jeder achte Deutsche mindestens einmal im Verlauf seines Lebens unter einem ausgeprägten Angstverhalten. Dieses Angstverhalten kann letztlich auch in einer Angststörung münden und krankhafte Formen annehmen. Ist die Angst in diesem Fall zielgerichtet und mit einem angstauslösendem Objekt verbunden, wird sie häufig als Phobie bezeichnet. Das Wort Phobie kommt aus dem Altgriechischen und meine soviel wie „Furcht, Schrecken“.

Wie wirkt sich Angst auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden aus?

Angst ist, wie schon Eingangs erwähnt, per se kein schlechter Ratgeber, sondern erfüllt als urmenschliches Gefühl eine lebenswichtige Funktion. Denn diese grundlegende Emotion ist es, die uns Gefahren erkennen und entsprechend darauf reagieren lässt. Sie mahnt uns zu erhöhter Aufmerksamkeit und Vorsicht. Begründete Ängste verschaffen uns die erforderlichen Energien, um unsere Kräfte zu mobilisieren, Herausforderungen anzunehmen, Schutzmaßnahmen zu ergreifen und entschlossen zu handeln. In vielen Fällen werden Höchstleistungen erst dadurch möglich. Schon unsere Urahnen reagierten dank dieser archaischen Emotion je nach Bedrohung mit Angriff oder Flucht. Demzufolge ist etwa eine objektbezogene Angst nicht ausschließlich eine lähmende, sondern auch eine mobilisierende Emotion.
Produziert und gesteuert wird diese Emotion mit den damit verbundenen Körpersignalen in der Amygdala, die im Gehirn als Zentrum der angst- und furchtleitenden Verhaltensbewertung angesehen wird. Gemeinsam mit dem Hippocampus besitzt die Amygdala zudem eine weitere wichtige Funktion; nämlich den Aufbau des emotionalen Gedächtnisses, auch Körpergedächtnis genannt. Hierbei spielen die somatischen Marker eine wichtige Rolle. Menschen besitzen hierbei ein unterschiedliches Angstverhalten, das von einem mulmigen Gefühl bis hin zu erheblichen Angstausbrüchen nebst belastenden körperlichen Empfindungen führen kann.
Im Falle einer wiederkehrenden, übertriebenen und unbegründeten Angstreaktion kann allerdings die Grenze zwischen nichtkrankhafter und krankhafter Furcht überschritten werden.

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