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Angst: Ursachen und Entstehung von Ängsten

Wie entstehen Angstreaktionen und welche Auslöser gibt es?

Angst - Ursachen und EntstehungKann ein Schmetterling Angst in uns auslösen? Die meisten von uns würden das verneinen. Und doch schaffen es kleinere Insekten, viele Menschen in Angst und Schrecken zu versetzen. Gut bekannt ist beispielsweise die Angst vor Spinnen und allem, was so ähnlich aussieht. Manchen reicht allein der Gedanke an ein Spinnentier, um die Angstreaktion im eigenen Körper zu spüren.

Wie kann etwas so „Winziges“ und in vielen Fällen Ungefährliches etwas  so „Gewaltiges“ bewirken? Denn gewaltig ist oft die emotionale Reaktion, die wir als Angst in uns spüren.

So verhält es sich meist mit unseren Ängsten: selbst ein kleiner und unscheinbarer Reiz (Trigger) kann eine starke Angstreaktion bei einem Menschen verursachen. Besonders bemerkenswert dabei ist, dass jener Angstauslöser bei einer anderen Person vielleicht nur eine leichte emotionale Reaktion hervorzurufen vermag; und Angst schon gar nicht. Unsere Ängste sind äußerst subjektiv. Was wahrscheinlich daher rührt, dass unsere Lebenserfahrungen stark verschieden sind.

Um verstehen zu können, wie Angst bei einem einzelnen Menschen entsteht oder sich gar zur Krankheit entwickelt, die sich aus eigener Kraft nicht überwinden lässt, ist es hilfreich, die genauen Ursachen zu verstehen. Wie entwickeln wir also unsere Ängste und weshalb werden wir diese nur schwer wieder los?

Mowrer und seine Zwei-Faktoren-Theorie zur Angst

In seiner Zwei-Faktoren-Theorie der Angst postulierte der US-amerikanische Psychologe Orval Hobart Mowrer im Jahr 1947, dass Ängste

  1. erworben werden infolge klassischer Konditionierung und
  2. aufrechterhalten werden durch operante Konditionierung.

Die klassische Konditionierung besagt, dass ein ursprünglich neutraler Reiz (z.B. Zahnbehandlung) durch das gleichzeitige Auftreten mit einem negativen Ereignis (beispielsweise im schlimmsten Fall ein traumatisches Erlebnis) zu einem angstauslösenden Reiz wird. Im nächsten Schritt versucht der Betroffene, seine Angst durch bestimmte Verhaltensweisen zu reduzieren. So wird etwa auf einen Besuch beim Zahnarzt verzichtet (Vermeidung). Auch werden die Zähne besonders gründlich gereinigt, um einen solchen Besuch nicht erforderlich zu machen. Dieser Vorgang wird dann als operante Konditionierung bezeichnet.

Äußerst negativ an diesem Prozess ist, dass Betroffene durch dieses Vermeidungsverhalten nie mehr die Erfahrung werden machen können, dass bei einer Zahnarztbehandlung in den allermeisten Fällen nichts Schlimmes passiert. Denn die Betroffenen gehen jeder Situation aus dem Weg, die sie als beängstigend erleben. Die Verknüpfung zwischen dem negativen Erlebnis, das zukünftig mit unangenehmen körperlichen Reaktionen erinnert wird und dem auslösenden Reiz wird hierbei im Gehirn, genauer gesagt in der Amygdala hergestellt. Eine sehr wichtige Rolle beim Erlernen der Angst spielen dabei die somatischen Marker, mit Hilfe derer die Amygdala eine Art Körpergedächtnis schafft. Die Amygdala gilt als emotionales Zentrum unserer Angst. Auch als Mandelkern bezeichnet, ist es insbesondere für die Entstehung und Steuerung von Angstverhalten verantwortlich.

Welche individuellen Ursachen die Angst haben kann

Gemäß verhaltenstheoretischer Ansätze wird angenommen, dass Angst ein erlerntes Verhalten zugrunde liegt. Ein solches erlerntes Verhalten liegt eben dann vor, wenn der Zahnarztbesuch äußerst schmerzhaft gewesen ist oder etwa dann, wenn ein kleines Kind aus großer Höhe stürzt, sich wehtut und von da an unter extremer Höhenangst leidet. Das Kind wird zukünftig große Höhen meiden. Denn Betroffene reagieren dabei schnell mit Vermeidung angstauslösender Situationen.

Hinzu steigt das Risiko, dass der Betroffene in Hinsicht auf seine Angst nunmehr über ein labiles vegetatives Nervensystem verfügt, welches besonders heftig und schnell auf Schlüsselreize (Höhen jeglicher Art) reagiert. So entstehen ungewollt negative Assoziationen, die das einstige Erleben des Fallens zu einer Angst vor sämtlichen Situationen entwickeln kann, in denen der Betroffene mit Höhen (auch wenn sie nur gering sind) konfrontiert werden könnte.

Somit kann jedes Ereignis, das mit einer starken negativen emotionalen Erregung und dem Gefühl der Überforderung einhergeht, zukünftig als angstauslösender Schlüsselreiz (trigger) wirken. Darunter fallen u.a.

Die Lebensgeschichte jedes einzelnen Menschen ist einzigartig, so auch seine Erfahrungen. Und die daraus entstandenen Ängste, die uns vor Gefahren warnen und schützen sollen, schießen nicht selten über das Ziel hinaus. Die Frage ist also, sind unsere Ängste funktional oder schränken Sie uns ein? Einschränkenden Ängste gehören vielfach zum Alltag, eine krankhafte Ausprägung ist meist noch weit entfernt. Und die Einschränkung mündet in mentalen Blockaden, die uns hindern, unser Leben so frei und spannend zu leben, wie wir es uns erträumen.

Mehr über das Angstzentrum genannt Amygdala
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